Statuen & Skulpturen
Mehr als 150 Marmorstatuen und Riesenvasen schmückten einst den Großen Garten Dresdens.
August der Starke ließ den Großen Garten im Jahre 1698 erweitern. Zu seiner Zeit wurde der Park mit mehreren großen Skulpturen geschmückt. Diese wurden von Künstlern wie Antonio Corradini, Pietro Balestra, Johann Christian Kirchner und Balthasar Permoser geschaffen.
Während des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) kam es auch im Großen Garten zu Kämpfen. Preußen verwüsteten den Park, zertrümmerten zahlreiche Bildwerke und verschleppten andere nach Sanssouci und Charlottenburg.
interessieren Sie sich für die Statuen, sei Ihnen die Ausstellung Permoser im Palais empfohlen, wo sie viel über den Park und seine Bildwerke erfahren.
Herkules mit der lernäischen Schlange

Die Statue aus der Werkstatt von von Balthasar Permoser steht am Westende der Herkulesallee. Sie zeigt Herkules mit einem mehrköpfigen Ungeheuer ringend. Da Herkules nicht selbst im Garten der Hesperiden war, um Goldene Äpfel zu stehlen (sondern diese Aufgabe listiger Weise von Atlas erledigen ließ) kann dies nicht »Herkules und Drache im Garten der Hesperiden« sein. Diese Skulptur stellt Herkules' Kampf mit der Lernäischen Schlange, einem mehrköpfigen Ungeheuer (Drache) dar.
Geschichte
Herkules musste sühnen, dass er seine Frau und seine Kinder in einem wütenden Wahnsinnsanfall ermordet hatte. König Eurystheus trug ihm darum 12 Aufgaben (Dodekathlos) auf. Die zweite davon war die Tötung der Hydra.
Die Hydra war ein neunköpfiges, schlangenähnliches Ungeheuer, welches in den schwer zugänglichen Sümpfen von Lerna lebte (darum auch lernäische Schlange genannt). Acht ihrer neun Köpfe waren sterblich. Nur der in der Mitte stehende war unsterblich. Sie pflegte aufs Land herauszukommen, Viehherden zu zerreißen und Felder zu verwüsten.
Beim seinem Kampf gegen die Schlange wurde Herkules von seinem Neffen Iolaos unterstützt, weshalb ihm Eurystheus diese Aufgabe später nicht anrechnete.
Herakles kämpfte lange vergeblich mit seiner Keule, denn kaum hatte er einen Kopf der Hydra zerschlagen, so wuchsen anstatt des einen Kopfes zwei neue nach. Endlich schlug Herakles auch das unsterbliche Haupt ab, begrub es am Wege und wälzte einen schweren Fels darüber. Den Rumpf der Hydra spaltete er in zwei Teile und in ihr Gift tauchte er seine Pfeile, die seitdem unheilbare, tödliche Wunden schlugen.
Herkules besiegt Busiris

Die Statue am Ostende der Herkulesallee stellt den mit Keule bewaffneten, überlebensgroßen Herakles dar. Zu seinen Füssen liegt der erschlagene Busiris. Eine Darstellung, welche in ähnlich drastischen Bildern schon auf tönernen Wassergefäßen Griechenlands um 500 vor Christus zu finden war.
Die Figur entstand in der Werkstatt von Balthasar Permoser um 1690.
Geschichte
Busiris ist in der griechischen Mythologie ein ägyptischer König, Sohn des Poseidon und Erbauer Thebens. Er tritt in der Sage des Herakles als Priester des Osiris auf, der dem Gott jährlich Menschen opfert. Busiris wird mitsamt seinem Sohn Amphidamas von Herakles erschlagen.
Kern dieser Sage mag die in der ägyptischen Spätzeit wieder aufgenommene Sitte sein, dem Osiris Fremde von rötlicher Hautfarbe zu opfern. In diesen wurde die Verkörperung des Osirisfeindes Seth gesehen, der mit roter Haut dargestellt wurde.
Der Ruhende Herkules

Statue am Westende der Herkulesallee zwischen Torwirtschaft und Gläserner Manufaktur von von Balthasar Permoser. Hier ist Herkules nur mit dem ihm oft beigestellten Löwenfell und Keule dargestellt. Das Löwenfell, welches er als Mantel trug, stammt vom Nemeischen Löwen. Kein Pfeil konnte es durchdringen.
Entlang der Herkulesallee sollen ursprünglich 12 Herkules-Skulpturen aus der Werkstatt von Balthasar Permoser zu sehen gewesen sein. Mindestens zwei der großfigurigen Darstellungen der Taten des Herkules dürften erste Arbeiten Balthasar Permosers in Dresden (um 1690) gewesen sein.
Herkules und Cerberus

Am Ostende der Herkulesallee steht eine Statue, die anderswo als »Herkules und Drache im Garten der Hesperiden« aufgeführt wird. Wer sich diese Skulptur einmal näher angesehen hat, wird feststellen, dass hier weder eine Schlange, noch ein Drache mit dem griechischen Helden Herakles abgebildet ist. Wahrscheinlicher ist, dass die Permoser-Werkstatt Herkules mit dem Höllenhund Cerberus dargestellt hat.
Laut griechischem Mythos war Kerberos (auch Cerberus, Zerberus) der Höllenhund, der den Eingang zur Unterwelt bewachte. Jeden ließ er hinein, aber niemanden wieder hinaus. Ihn zu bezwingen war eine der Arbeiten des Herakles.
Nessos und Deianira

Die beiden Marmorplastiken Nessos und Deianira und Eurythos und Hippodamia mit den frauenraubenden Kentauren stehen unweit westlich des Palais an der Hauptalle und waren früher am Japanischen Palais (Stadtmitte) aufgestellt.
Erst bei genauer Betrachtung stellt man fest, dass das Ensemble tatsächlich zwei verschiedene Szenen/Geschichten der griechischen Mythologie darstellt.
Geschaffen wurden sie von Bildhauer Antonio Corradini. Worauf eine Tafel zu Füßen hinweist: die Plastiken wurden erst vor wenigen Jahren aufwändig restauriert.
Geschichte
Die bekanntere Geschichte ist jene vom Kentauren Nessos (auch Nessus, attische Form Nettos und Netos) und Deianira, Gemahlin des Herkules. Nicht nur, dass diese beiden unmittelbar mit dem Ende des Herkules zu tun haben, auch das sprichwörtliche Nessoshemd geht auf diese Figur der griechischen Mythologie zurück.
Deianira war die schöne Tochter des Königs von Kalydon, Oineus. Dieser wollte es sich mit keinem der Brautwerber verderben und verfügte, die Freier sollen untereinander um die Hand seiner Tochter kämpfen. Viele der Bewerber schreckte ab, dass einer derer Held Herakles war. Einzig Acheloos wagte den Kampf und unterlag.
Drei Jahre nach der Heirat schicken sich Deianira und Herakles an, Kalydon zu verlassen. Der Zentaur Nessos bot an, Deianira trockenen Fußes auf seinem Rücken über den Hochwasser führenden Fluss Evenus zu tragen.
Angetan von Deianeira, versuchte Nessos sie zu rauben. Herakles am Ufer bemerkte das und schoss dem Kentaur wütend mit dem Gift der Hydra vergiftete Pfeile nach.
Nessos, tödlich getroffen übergab Deianira ein vermeintliches Treue-Zaubermittel mit den Worten:
Fange ein wenig von meinem Blut auf und bewahre es. Wenn du fürchtest, die Liebe des Herakles zu verlieren, tränke damit sein Gewand und er wird nie wieder eine andere Frau als dich ansehen.
In ihrer Schwäche nahm sie sein Geschenk an und ersonn sich dessen, als sie sich der Liebe Herakles' nicht mehr sicher war. Sie bestrich die Kleidung Herakles mit dem vergifteten Blut Nessos'.
Herakles litt in diesem Kleid unerträgliche Schmerzen, die ihn schließlich in den Tod trieben.
Deianira, wurde gewahr, dass Nessos sie betrogen hatte und tötete sich aus Verzweiflung.
Für Herakles erfüllte sich so die Prophezeiung, dass er durch jemanden sterben sollte, der selbst nicht mehr am Leben war.
Eurythos und Hippodamia

Auch die andere der 2 Kentaurengruppen von Antonio Corradini befindet sich an der Hauptallee.
Geschichte:
Zur Hochzeit des tapferen Lapithenkönigs Peirithoos mit der schönen Hippodameia waren auch die wilden Zentauren eingeladen. Als während der Feier der betrunkene Zentaur Eurytion der Braut Gewalt antun wollte, schnitten ihm die Lapithen kurzerhand Nase und Ohren ab und schleiften den Blutenden zur Tür hinaus. Daraufhin kam es zu einem unerbittlichen Gemetzel zwischen Gastgebern und Gästen, in dem die Lapithen schließlich die Oberhand behielten.
Seit diesen Tagen waren die Kentauren die Erzfeinde der Lapithen und wurden von diesen aus Thessalien auf den Peloponnes vertrieben.
Eurytion wird in einer anderen Geschichte von Herakles besiegt, als es um Brautwerbung der Deianeira geht.
Die mit diesen Ereignissen zusammenhängende Darstellung "Der Zentaurenkampf" ist ein oft verwendetes Bildmotiv in der bildenden Kunst. Nicht zuletzt wegen der Symbolik der Auseinandersetzung zwischen Intellekt und Triebhaftigkeit (Edelmenschen und Tiermenschen) im einzelnen Menschen.
Venus und Adonis

die Plastiken stehen am Osttor der Hauptallee (Kreuzung Karcherallee-Winterbergstraße). Geschaffen von Johann Christian Kirchner im Jahr 1719.
Geschichte
Adonis ist das sprichwörtlich gewordene Sinnbild oder der Gott der Schönheit. Er ist auch einer der Geliebten der Aphrodite (oder ihrer römischen Entsprechung Venus).
Ares bzw. Mars war angesichts dieses Techtel-Mechtels eifersüchtig und tötete den immer als schönen Jüngling dargestellten Adonis. Noch bevor es zur Vereinigung Adonis-Venus kommen konnte. Aus jedem Adonis-Blutstropfen soll eine Anemone (Adonisröschen), aus jeder von Aphrodite vergossenen Träne eine weiße Rose gewachsen sein.
Vom Venus-Adonis-Mythos über unerfüllte Liebe, Tod und Auferstehung gibt es viele verschiedene Fassungen. Allen gemeinsam ist der Tod Adonis'.
Meleager und Atalante

Skulptur am Osttor der Hauptallee (Kreuzung Karcherallee-Winterbergstraße). Von Johann Christian Kirchner aus dem Jahr 1719.
Geschichte
Meleager (oft auch Meleagros) ist in der griechischen Mythologie der Sohn des kalydonischen Königs Oineus. Oineus wurde von Jagdgöttin Artemis der kalydonische Eber ins Land geschickt, weil er sie beim Opferritual vergessen hatte.
Oineus rief alle (Jagd-)Helden der Welt zusammen, um das Untier zu beseitigen. Unter ihnen war die von ihrem Vater ausgesetzte, von Bären gesäugte jungfräuliche Jägerin Atalante. Während Königssohn und Ex-Argonaut Meleager als perfekter Speerwerfer bekannt war, traf Atalante den Eber als erste mit ihrem Pfeil.
Nach der Jagd, die für mindestens 2 der Jäger mit dem Tod endete, entbrennt ein Streit um die Aufteilung der Beute. Meleager setzt die Übergabe der Trophäe an Atalante gegen den Widerstand seiner beiden Onkel durch und tötet diese wutentbrannt. Weswegen seine Mutter ihm dem prophezeiten Tod überlässt. Die zu Ruhm gelangte Atalante hingegen gewinnt die Akzeptanz ihres Vaters.
Von diesem Thema handeln zahlreiche Kunstwerke. So befindet sich das Bild »Meleager und Atlanta auf der Jagd nach dem kalydonischen Eber« in der Sammlung des Norton Simon Museum in Pasadena in Kalifornien. Ebenso ist die Übergabe der Jagdbeute in einem Bild von Peter Paul Rubens dargestellt. Atalanta ist außerdem eine Oper in drei Akten von Georg Friedrich Händel.
Üppigkeitsvase

Die Vase des Überflusses stammt vom venezianischen Bildhauer Antonio Corradini. Sie wurde 1720 geschaffen und 1722 für den Dresdner Hof erworben. Die Marmorvase überdauerte 277 Jahre Kriegswirren, Wind und Wetter, bis sie ein Sturm im Dezember 2005 schwer beschädigte. Zerbrochen in rund 150 Teile wurde sie zwar restauriert, konnte so aber nicht mehr außen aufgestellt werden. Seit dem 4. April 2007 steht eine Nachbildung (ein Abguss aus Kunstmarmor) an ihrem Platz am Palaisteich.
Am oberen Rand der Vase des Überflusses sind Amor und Psyche und auf dem Fries Szenen der Alexanderschlacht bei Issos dargestellt. Das Kunstwerk soll den preußischen König Friedrich II so sehr beeindruckt haben, dass er sich davon eine Kopie für Sanssouci anfertigen ließ. Die Riesenvase ist heute auf der Hauptallee am Palaisteich aufgestellt.
Die Geschichte um Amor und Psyche
Liebesgott Amor verliebte sich in die wunderschöne (aber sterbliche) Psyche. Das Mädchen Psyche war die Tochter eines Königs und Amor besuchte sie heimlich bei Nacht - zum großen Ärger seiner Göttermutter Venus. Diese war eifersüchtig auf Psyche, weil diese so sehr von den Menschen verehrt wurde, dass man die Schönheitsgöttin Venus ganz vergaß und ihre Tempel verfielen.
Psyche heißt übersetzt Nachtschmetterling oder Hauch - so wird die Psyche in der Kunst auch mit Schmetterlingsflügeln dargestellt.
Die Zeit raubt die Schönheit

Statue von Pietro Balestra. Die Statue war noch 1728 im Garten des Holländischen (Japanischen) Palais aufgestellt. Im Großen Garten steht sie seit ca. 1730 - heute auf dem Schmuckplatz vor dem Palais im Zentrum des Großen Gartens.
Siegfrieds Tod

Auf einem Areal nahe dem Lennéplatz, welches auf vielen Karten nicht mehr zum Großen Garten (sondern zur Bürgerwiese) gezählt wird, steht eine Plastik jüngeren Datums aus Beton und Kunststein. Siegfrieds Tod stellt den vom Speer tödlich getroffenen Siegfried aus dem Nibelungenlied dar. Geschaffen wurde dieser Siegfriedbrunnen von Bildhauer Franz Weschke. 1936 wurde er anlässlich der Reichsgartenschau aufgestellt. Zuletzt wurde der Brunnen 2009 instandgesetzt.
Geschichte
Hagen von Tronje tötet Siegfried hinterrücks, als dieser gerade seinen Durst an einer Quelle löscht.
Durch das Bad im Blut des Drachens Fafnir war Sagenheld Siegried unverwundbar geworden. Einzig ein Lindenblatt, welches ihm auf den Rücken fiel verhinderte, dass das Drachenblut seine Haut dort benetzte.
Hagen von Tronje wusste um diese verletzliche Stelle und erstach Siegfried bei einer Jagd.
Sandsteinlöwen

Zwei Löwen aus Sandstein stehen am Ende der Querallee zu beiden Seiten. Sie wurden von Christian Gottlieb Kühn geschaffen und 1863 aufgestellt.
Die Zeit enthüllt die Wahrheit

Marmorgruppe von Antonio Corradini. Stand früher inmitten des Rasenrondells an der Großen Wirtschaft. Heute zu finden hinter dem Carolaschlösschen am Sommerblumengarten